Monday, August 11, 2008


...der größte Fischmarkt der Welt.

Der Tsukiji Großmarkt ( 築地市場 ) befindet sich nahe des Tokyoter Stadteil Ginza, in dem Land mit dem wahrscheinlich höchsten Pro-Kopf Fischverbrauch der Welt. Über 2000 Tonnen Fisch werden hier auf einer Fläche von einem viertel Quadratkilometer täglich umgeschlagen und an die Großhändler verkauft. Diese verkaufen den Fisch dann wiederum an die abertausende Restaurants im Großraum Tokyo von denen keines ganz ohne Fisch auskommt. Immerhin 15 Millionen Einwohnern leben hier und essen mehr oder minder viel Fisch zu jeder Mahlzeit. Am beeindruckendsten ist die Auktion bei der die riesigen Thunfische versteigert und hinterher auf Holzkarren durch die Hallen transportiert werden. Man kann aber auch prima durch die im häßlichen Hallen browsen und findet ständig Kreaturen, die man noch nie gesehen geschweige denn gegessen hat. Ganz gleich was, wenn es im Meer lebt, und für irgendeine Kreatur als Nahrung taugt, kann man es hier kaufen.
Wer sich dass vor Ort anschauen mag, muss früh aufstehen, da die meiste Action zwischen 4:00 und 6:00 Uhr morgens stattfindet. Um diese Zeit fährt noch kein Zug, daher ist es gut ein Hotel in der Nähe zu haben. Die besten Klamotten sollte man nicht anziehen, und speziell auf wasserdichtes Schuhwerk achten, da der Fisch mit ebenfalls tausenden Tonnen Eis, welches im Asiatischen Sommer schnell schmilzt, gekühlt wird. Außerdem gilt es, sich vor den hunderten merkwürden 3-rädrigen Motorkarren in Acht zu nehmen, deren rauchende aber sehr routinierte Fahrer alles vom LKW zum Markt und umgekehrt transportieren. Man sollte außerdem daran denken, dass dies nicht nur Folklore zum Anschauen ist, sondern zuallererst ein wichtiger Beitrag um Millionen von Menschen gesund zu ernähren. Daher möge man sich als geduldeter Gast betrachten, und die etlichen 10.000 Menschen die hier arbeiten, so wenig wie nur möglich stören und ihre Arbeit machen lassen. Der Mehrheit der Amerikanischen Touristen scheint dieser Gedanke leider wohl noch nicht gekommen zu sein, genausowenig wie der, dass man nicht alles anfassen sollte weil es eben hinterher, oft einfach roh und kleingeschnitten noch gegessen werden soll.



Hinteher empfiehlt es sich auf jeden Fall die Chance zu ergreifen, und zum Frühstück in einem der nahen Restaurants ein Sushi wie man es wohl frischer nicht bekommen kann zu sich zu nehmen. Mittags um 1:00 Uhr schließt der Markt, um komplett gereinigt zu werden um am nächsten Tag gegen 3:00 in der Früh wieder sauber für 2000 Tonnen neuen Fisch zu sein.

2 comments:

SteF said...

Damn it.... ich möcht nicht wissen wie's da gerochen hat.... ;)

Al-X said...

Eigentlich gar nicht schlimm. Also im Minipreis an der Käsetheke stinkts schlimmer.
Liegt wohl daran dass der Kram dort wirklich frisch ist, und frischer Fisch nunmal NICHT nach "Fisch" riecht.

Leider trifft das auf alles fischige was auf dem LKW den Weg nach Thüringen gefunden hat nicht so recht zu.